Paul Schuberth

Presse – Berichte, Kritiken

solo

 

Paul Schuberth - Akkordeonspiel über alle Grenzen (Oberösterreichische Nachrichten, 2010)

Paul Schuberth entlockt seinem Akkordeon klassische wie weltmusikalische Töne. Er ist jung, begabt und als Komponist reif. Paul Schuberth verzaubert mit dem Akkordeon. Mit seinem neuen, zweiten Album „Laub“ spielt sich Schuberth durch die Welt, vermischt slawische Folklore mit lateinamerikanischen Rhythmen, nimmt sich Anleihen aus dem Jazz und der elektronischen Musik, verwebt Tradition mit Moderne. Das ergibt ein spannungsgeladenes Musikgemisch.

Wie selbstverständlich bewegt sich Schuberth zwischen den Welten. Abgeklärt und sicher klingt seine Musik, die dann doch immer wieder überrascht. Diese Reife kommt aus seiner umfangreichen Konzerttätigkeit und seiner höchst erfolgreichen Teilnahme an Wettbewerben. […]

 

Hilfe, Liebling, die Kinder haben uns geschrumpft! (Gekürzter Artikel, aus Jazzzeit, Ausgabe Jänner/Februar 2009)

Werden Musiker immer jünger? Dreht sich die Zeit rückwärts? Der Akkordeonspieler Paul Schuberth ist erst 14 Jahre jung und bereits ein Highlight des Akkordeonfestival Wien. Soeben erschien seine Debüt-CD „Winterrose“.

Dreizehn volksliedhafte, selbstkomponierte Melodien, im Spannungsfeld zwischen Tango, Blues, Jazz, Rock und osteuropäischen Musiktraditionen, trägt er, bis auf eine Ausnahme, solo vor. Die gekonnte Auslotung der Dynamiken seines Instrumentes lässt aufhorchen. Wo soviel ist, kann noch mehr kommen. Vor allem in Kompositionen mit Titeln wie „Auf der Wiese“ oder „Gourmetabend“ offenbart sich sein Sinn fürs Melodische, der dieses Album zu einem Hörspaß macht. Schon beeindruckend, was der 1994 in Steyr bei Dietach geborenen Teenie aus seinem Borsini Orfeo 3 de luxe – Akkordeon herausholt.

Ironischerweise wird das Älterwerden hören lassen, wohin sich das Jungtalent entwickelt. Wird er es mit jenen halten, die das Akkordeon vom Stallgeruch des Populären mit abstrakt-dissonanten Klängen befreien und in Richtung so genannter seriöser Musik treiben oder geht’s in Richtung jener, die dem Akkordeon die Würde einer besonders seelenvollen Musik verleihen wollen? Eine Richtungsfrage, die nicht zuletzt durch die Achtung entschieden wird, den man der Musik und den Werten, die sie vermittelt, zugesteht.

Für die „Winterrose“ gibt es – von den Komplimenten abgesehen – auch schon Sendezeiten im Radio. Was kommt da noch, demnächst?

[…] Das ist dann eine Winterrose wert.

 

„Porträt" (Artikel aus Concerto, Ausgabe 02/03 2009)
Er ist erst 14 Jahre jung, spielt seit seinem 7. Lebensjahr Akkordeon und hat schon eine Musikerbiografie wie ein Vollprofi: Unterricht an der Bruckner Privat-Universität Linz, Preise bei diversen nationalen und internationalen Akkordeon- und Kompositionswettbewerben, zahlreiche Auftritte und vor kurzem Veröffentlichung einer Solo-CD.

Es war im Jahr 2002, als Paul Schuberth mit Hilfe seiner Mutter seine erste Komposition „Auf dem Eiffelturm“ niederschrieb; bestärkt von seiner ersten Akkordeonlehrerin, spielte er bald bei Musikschulkonzerten und anderen Gelegenheiten eigene Stücke – die sich, wie man auf der eben erschienenen CD „Winterrose“ nachvollziehen kann, durch Witz und einen hohen Grad an Originalität auszeichnen.

Die Stücke auf „Winterrose“ verleugnen nicht, dass ihr Komponist gern Otto Lechner, Kimmo Pohjonen oder das Motion Trio hört, zeigen aber in ihrer gekonnten Mischung aus Folklore, Jazz, Pop und Kammermusik einen eigenständigen Geist. Auf die Frage, wie es zu skurrilen Titeln à la „Tanz der Barbaren im Donaudelta“, „Blödsinn“ oder „Gourmetabend“ kommt, meint Paul Schuberth: „Bei mir entsteht viel aus der Improvisation und die Stücke sind fertig, noch bevor sie einen Namen haben – dann erst wird nach einem passenden gesucht.“ Und wenn der junge Komponist noch nach einem Stücktitel sucht und eine UHU-Tube vor ihm auf dem Tisch liegt, heißt das Werk eben kurzerhand „Lösemittelfrei“…

Paul Schuberth schreibt aber nicht nur für das Akkordeon; er hat auch schon Kompositionen für Kammer- und Vokalensembles verfasst und arbeitet derzeit an einem Konzert für Akkordeon und Orchester. Das letzte Stück auf seiner CD, „Voces Computatri“, ist eine Gegenüberstellung von am Computer verfremdeten Akkordeonklängen mit einer live dazu gespielten Akkordeonstimme (damit hat er 2006 den 1. Preis beim Wettbewerb „Klanglandschaften“ gewonnen). 

Derzeit besucht Paul Schuberth das Bundesgymnasium in Steyr und bereitet sich auf einen internationalen Akkordeonwettbewerb vor, der im Mai in Deutschland stattfindet. Der bekennende Falco-Fan („Ich mag ihn besonders: wegen seines Auftretens, seiner Stimme, seinem Charisma, dafür, dass er einen Österreicher mehr auf der ganzen Welt bekannt gemacht hat“) absolviert demnächst einen Auftritt im Rahmen des Wiener Internationalen Akkordeonfestivals (siehe Konzerttipps) und wünscht sich für seine weitere Karriere, „dass ich die perfekte Mischung und die perfekte Dosis zwischen Spaß und harter Arbeit finde...“. Wir werden auf alle Fälle noch viel von ihm hören.

 

Krone-Kritik (Zum Auftritt im Porgy & Bess vor dem Motion Trio, 2009)
Die stilistische Welt des Akkordeons von Südamerika bis Osteuropa - übrigens Finnland nicht zu vergessen! - eröffnete zuvor das österreichische Ausnahmetalent Paul Schuberth im Alleingang - im rhythmischen Fluss den vollen Klang mit feinen Zwischentönen auskostend und beachtlichem Sinn für ausdrucksstarke Schlusspunkte.

 

Laub – mit Verlaub, Paul Schuberth (Concerto April/Mai 2010)

Vor knapp zwei Jahren berichtete ich an dieser Stelle über das Akkordeon-Wunderkind Paul Schuberth. Mit seiner CD „Winterrose“ erregte er zu Recht einiges Aufsehen und spielte in weiterer Folge zahlreiche Konzerte, so zum Beispiel bei den Wiener Akkordeonfestivals 2009 und 2010. Mittlerweile ist er schon fast 16 Jahre alt, studiert noch immer an der Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz und komponiert auch fleißig. Neben seinen Soloauftritten schafft er auch immer wieder Werke für Akkordeon und kleinere wie größere Ensembles – so wird sein „Stück für Symphonieorchester und Akkordeon“ Anfang Juni uraufgeführt.

Paul Schuberths zweite CD heißt „Laub“ und zeigt in gereifter, etwas weniger verspielt, aber noch immer mit Gespür für feine Ironie. Was Stücktitel wie „Kreuzweh“ oder „Finanzkrise“ schon andeuten, bringt der junge Akkordeonist mit Witz und unbeschwerter Leichtigkeit in die Tasten seiner Instrumente.

„Laub“ beginnt mit der gleichnamigen, 10-teiligen Suite, die Schuberth so beschreibt: „Man kann die Stücke als Alleinstehende ansehen, quasi als einzelne Blätter, oder auch als Ganzes – im übertragen Sinn als einen Laubhaufen…“ Aus dem Zyklus sticht das lautmalerische und stimmungsvolle „Tau“ hervor, das auch von Tontechnicker Werner Edlauer sehr eigenständig umgesetzt wurde. Die CD endet mit „Entstehung des Ganzen“, einer längeren Komposition für Tonband und Akkordeon, die das große Talent Paul Schuberth noch einmal ins rechte Licht rückt.

 

Preisträgerkonzert von prima la musica auf CD erschienen (Doris Weberberger, mica 2012, Auszug)

[…] Von all den überragenden Leistungen sticht dennoch ein besonderes Highlight hervor: Paul Schuberth, der Gewinner des im Rahmen von "prima la musica" und zusammen mit dem Österreichischen Komponistenbund (ÖKB) ausgeschriebenen Wettbewerbs "Jugend komponiert", ist auch als Interpret seiner eigenen Komposition "Doux Notations sur Changement Climatique" vertreten. Geräuschhaft beginnt das elfeinhalb Minuten dauernde Werk des 1994 geborenen Oberösterreichers, in dem die Klänge von Akkordeon und Elektronik zu einem stets weiterführenden Spannungsboten verschmelzen. Aber damit nicht genug, zeugt das Stück neben klanglicher wie kompositorischer Vielfalt auch vom kreativen Umgang mit der jüngeren Musikgeschichte.[…]

 

trio akk:zent

Das Trio Akk:zent stellt sich vor (Michael Ternai, mica, 2013)

Um eine junge Formation, die schon auf ihrem Erstlingswerk musikalisch so auftritt, als wäre sie schon viele Jahre lang mit im Geschäft, handelt es sich bei dem Trio Akk:zent. Paul Schuberth (Akkordeon) , Johannes Münzner (Akkordeon)  und Victoria Pfeil (Saxophon) , die drei Köpfe hinter diesem spannenden Projekt, zeigen trotz ihrer Jugend bereits eine Reife, die man sonst nur von den älteren Vertretern der heimischen Weltmusikszene gewohnt ist. An ihren Instrumenten über jeden Zweifel erhaben und mit dem notwendigen Gefühl fürs Komponieren ausgestattet, lassen sie, wie auch auf dem 2012 erschienenen Debüt „so oder so“  zu hören ist, Stücke entstehen, die gänzlich neue Sichtweisen auf den Begriff Weltmusik eröffnen. Stilistische Grenzen oder einengende Sichtweisen existieren im Denken der drei Protagonisten einfach nicht. Hier wird, ohne wirklich nach links oder rechts zu blicken, einfach drauf los musiziert, und das mit einer solch erfrischenden und undogmatischen Art, dass es eine wahre Freude ist. Die nächste Gelegenheit, das Trio Akk:zent live zu erleben, gibt es am 25. Jänner im Röda in Steyr.


Was Paul Schuberth, Johannes Münzner und Victoria Pfeil in ihren Kompositionen an die Spitze treiben, ist das kunstvolle Brechen mit dem vermeintlich Traditionellen. Im Trio überwinden sie, als ob es nichts Selbstverständlicheres gäbe, die musikalischen Grenzen, um sich auf diesem Wege frei für das Neue zu machen. Sie greifen auf stilistische Elemente unterschiedlichster Spielformen zurück und mixen diese zu einem Klangcocktail, der erfrischend anders ertönt, als vieles, was man sonst in dem Kontext der Weltmusik geboten bekommt. 

Ihr Sound offenbart sich als Ausdruck der eigenen Offenheit. Mal wenden sich die beiden Akkordeonisten und die Saxophonistin dem Jazz zu, um im nächsten Moment einen Schwenk hin zu balkanesken Klängen zu vollziehen, mal deuten sie für einen kurzen Moment den Pop an, um ihn sogleich mit dem Tango und anderen südamerikanischen Musikstilen zu kreuzen, dann wiederum geben sie sich französisch, nur um in Folge eine Brücke hin zum fernöstlichen zu schlagen.


Ihre Musik ist eine des unbändigen Spielwitzes, der ausgeprägten Experimentierfreude und einer ansteckenden Lebendigkeit. Sie ist voller Spontaneität und vermag eben genau aus diesem Grund immer wieder mit plötzlichen Richtungswechseln und stilistischen Brüchen zu überraschen.  Paul Schuberth, Johannes Münzner und Victoria Pfeil haben mit „so oder so“ mehr als nur eine Talentprobe abgeliefert, die drei jungen MusikerInnen stehen, überzeugen sie weiterhin in diesem hohen Maße, kurz vor dem Aufstieg in die erste Liga der heimischen Weltmusikszene. (mt)

 

CD-Kritik im "Concerto" (Christian Bakonyi, Dezember 2012/Jänner 2013)

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Das Akkordeon hat in den letzten zehn Jahren eine enorme Aufwertung erfahren. Beim Trio Akzent können Sie gleich zwei davon hören. Die Akkordeonisten heißen Paul Schuberth und Johannes Münzer, das Trio Akzent vervollständigt die Saxophonistin Victoria Pfeil. Dieses noch junge Trio (Jahrgänge 1990 und 1994) spielt sich mit erstaunlicher Reife durch zwölf Eigenkompositionen, die einen sehr abwechslungsreichen Tonträger ergeben. Da geht es von sehr rhythmischem Jazz zu Tango und balkanesken Klängen; die Ideen gehen nie aus, permament erfahren die Titel erfrischende Wendungen und nehmen spannende Kurven. Das entsteht auch mitunter dadurch, dass die Rollenverteilung nicht fix vorgegeben ist. So sorgt manchmal die Saxophonistin für den Rhythmus und selbst bei den Akkordeonisten wechseln hin und wieder die Rollen. Dieses junge Trio beweist gleich mit seiner Debüt-CD großes Talent und viel Humor, auch im Klappentext der CD, der empfiehlt, zu Risiken und Nebenwirkungen die Musiker oder den Produzenten zu befragen; mir allerdings sind keine bekannt, außer 65 Minuten musikalische Kurzweil.

 

The Vienna Review (Alex Newton, über das Voreröffnungskonzert des Internationalen Akkordeonsfestivals Wien 2012 - Duo akk:zent)

"The founder of Accordion Tribe and U.S. accordionist extraordinaire, Guy Klucevsek, performed a moving piece dedicated to his Slovenian aunt entitled “Spinning Jenny”. Another highlight were the two pieces by 17-year-old accordionWunderkindPaul Schuberth from Upper Austria, which he performed with a similarly young and talented accordionist Johannes Münzner."